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29.06.2010 - Ringvorlesung Lateinamerika: Migration

29.06.2010 - 17:45
29.06.2010 - 19:15
Stadt: 
Köln
Ort: 
Hörsaal F, Hörsaalgebäude, Universität zu Köln

Re­por­ta­ge „Ohne Papiere in Deutsch­land“ und Dis­kus­si­on mit den Re­gis­seu­ren
(Mau­ri­cio Est­rel­la, Ber­lin / An­to­nio Uscátegui, Köln)

In Deutsch­land leben und ar­bei­ten über eine Mil­lio­nen Men­schen ohne Pa­pie­re - in der so ge­nann­ten „Il­le­ga­li­tät”. Sie put­zen, pfle­gen und verrichten Kno­chen­jobs. Ihre Löhne sind ge­ring, ihre Mie­ten über­höht, denn wer nicht „legal” ist, ist recht­los und auf Mit­wis­ser an­ge­wie­sen – oder ihnen aus­ge­lie­fert.

In der Ab­schie­be­haft ler­nen Mau­ri­cio Est­rel­la und An­to­nio Uscátegui den 29-jäh­ri­gen Abel­ar­do ken­nen, der vor fünf Jah­ren nach Deutsch­land kam, um mit sei­nen Über­wei­sun­gen seine kran­ke Mut­ter un­ter­stüt­zen zu kön­nen. Er er­zählt von sei­nen Er­fah­run­gen in Deutsch­land, sei­nen Ar­bei­ten und den Stra­te­gi­en, die der pas­sio­nier­te Sal­sa-Tän­zer ent­wi­ckel­te, um zu über­le­ben und seine Le­bens­lust nicht zu ver­lie­ren. Bei sei­ner Ab­schie­bung kann er auf dem Ams­ter­da­mer Flug­ha­fen flie­hen und reist wie­der nach Deutsch­land ein.

Pedro Pérez ist seit 10 Jah­ren in Deutsch­land. Der Fa­mi­li­en­va­ter holte nach ei­ni­gen Jah­ren seine Frau Maria nach, die bei­den Kin­der blei­ben drei Jahre in der Obhut der Groß­el­tern, bis sie schließ­lich auch nach Deutsch­land zie­hen. Die Fa­mi­lie Pérez spricht deutsch und hat feste Ar­beits­stel­len. Die Kin­der gehen zur Schu­le. Diese Nor­ma­li­tät in der „Il­le­ga­li­tät” bricht auf, als bei Maria Ma­gen­krebs dia­gnos­ti­ziert wird. Wie ver­wirk­li­chen Men­schen ohne Pa­pie­re ihr Recht auf Bil­dung und Ge­sund­heit?

Im An­schluss an die Film­vor­füh­rung ste­hen die Re­gis­seu­re für Fra­gen zur Ver­fü­gung.