Vom Einwanderungs- zum Auswanderungsland: Überseemigration in Brasilien
(Débora Bendocchi Alves, Köln)
Im Verlauf des 19. Jahrhundert bis hin zu Beginn des Zweiten Weltkriegs dominierte unter der Migrationsbewegung vor allem die Massenmigration von Europa in die Überseegebiete. Sie wurde gestellt aus Menschen, die ihre Herkunftsorte auf der Suche nach einem besseren Leben verließen und mehrheitlich eines der fünf so genannten „Pionier-Länder“ - unter ihnen Brasilien - als Zielorte wählten.
Als die internationale Migration in den 1950er Jahren wieder anfing, eine große Rolle zu spielen, bekam sie ein anderes Gesicht. Europa, früher Auswanderungsregion wird zum Einwanderungsziel; Brasilien und andere Länder Lateinamerikas werden von Einwanderungs- zu Auswanderungsländern.
Dieser Vortrag möchte einen Überblick über den Wandel des internationalen Migrationsprozesses am Beispiel Brasiliens geben. Hierzu werden drei große Einwanderungsgruppen ausgewählt, die im 19. Jahrhundert nach Brasilien übergesiedelt sind, überwiegend in den Agrarsektor, um die Sklavenarbeiter zu ersetzen: Die Deutschen, die Italiener und, ab 1908, die Japaner. Danach soll kurz über die brasilianische „Auswanderungsbewegung“ seit den 1980er Jahren referiert werden.
Die „Ringvorlesung Lateinamerika” bietet Vorträge zu lateinamerikanischen Themen aus den einzelnen Fachbereichen, die an den Studiengängen B.A./M.A. Regionalstudien und Diplom Regionalwissenschaften Lateinamerika beteiligt sind. Als Gastdozenten werden sowohl deutsche als auch ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eingeladen. Alle Studierenden, Absolventen und Ehemalige sind herzlich eingeladen.
Das vollständige Programm der Ringvorlesung für dieses Sommersemester findet ihr unter: http://www.lateinamerika.uni-koeln.de/rvl.html